PIWI´s

PIWI´s sind sogenannte pilzwiderstandfähige Rebsorten die mittels Kreuzungszüchtung Resistenzen gegen die schlimmsten Schaderreger im Weinbau aufweisen.
Dies ermöglicht es, den Pflanzenschutzmitteleinsatz deutlich zu begrenzen oder sogar ganz auf den Einsatz zu verzichten. Folgende Rebsorten haben wir in den letzten Jahren angepflanzt und erwarten in diesem Herbst die erste Ernte.

Sie haben also die Möglichkeit sich von der Qualität der neuen Rebsorten ab dem Frühjahr 2019 selbst zu überzeugen.
Auf die erste Ernte der Sorte Muscaris müssen wir leider noch ein weiteres Jahr warten.

Sauvignac

Geschichte:
Als Vorreiter der sogenannten „Cal.“ Serie von Valentin Blattner entstand die Sorte aus einer Kreuzung aus Sauvignon blanc x Riesling x Resistenzpartnern. Sie vertritt die neue Generation von Piwis. Zum einen konnte durch Mehrfachkreuzungen mit unterschiedlicher Resistenzgenetik die Robustheit gegen Pilzkrankheiten nachhaltig verbessert werden. Zum anderen verleihen die "Vinifera"- Elternanteile der Sorte eine komplexe Sortenaromatik, die je nach Standort, Reife und Ausbaustil zwischen Riesling und Scheurebe angesiedelt ist. Dder neue Name für CAL. 6-04 ist „SAUVIGNAC“.
Dieser Name wurde vom Europäischen Sortenamt geprüft und bestätigt. Ein Teil der Sortenprüfung fand in Bordeaux und Cognac statt, dort gibt es viele Ortschaften, Weiler und Flurnahmen die mit "nac" enden. Ein Elternteil dieser Kreuzung ist Sauvignon blanc somit entstand das Wortspiel Sauvignac.

Sortencharakteristik:
Die Reifezeit beginnt etwa 10 Tage vor dem Riesling. Aufgrund der Säurestabilität und der dicken Beerenhaut kann das Erntefenster bis Ende Oktober ausgedehnt werden. Auch unter Witterungsextremen zeigt die Sorte eine sehr gute Widerstandsfähigkeit gegen Peronospera und Oidium. Gegen Botrytis zeigt sich die Sorte aufgrund des aufgelockerten Stielgerüstes und der dicken Beerenhaut als sehr solide. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt ab ca. 100°Oe eine gleichmäßige Infektion der Beerenhaut durch Botrytis mit Edelfäulepotential, ohne dass die Beeren aufplatzen.

Sensorische Beschreibung:
Diese Sorte lässt Spielraum für die sensorische Ausprägung im Wein. Je nach Reifegrad, Ausbaustil und Hefeeinsatz lehnt sich die Sorte an Riesling Aromen nach Aprikose und reifer Apfel oder zeigt das Bouquet von Limonen und dezenter schwarzer Johannisbeere der Scheurebe. Typisch ist eine stabile Säure, die sowohl über die Traubenreife am Stock als auch während der Flaschenreife lebendig bleibt. (Freytag)

Cabernet Blanc

Die Rebsorte Cabernet Blanc zählt zweifelsohne zu den erfolgreichsten Neuzüchtungen im Bereich der Piwis. Als pilztolerante Sorte der neuen Generation gelang dem Schweizer Rebenzüchter Valentin Blattner die Kreuzung aus Cabernet Sauvignon und Resistenzpartnern. Cabernet Blanc fand den "zweiten Vater" in Volker Freytag, der die Sorte in der Pfalz selektionierte und nach einigen Jahren des Versuchsausbaus 1994 zum Sortenschutz und 2010 zur Klassifizierung angemeldet hat. Mit seinen sehr guten Anbaueigenschaften, der hohen Pilzresistenz und nicht zuletzt dem eingängigen Sortennamen, verhalf Cabernet blanc den Piwis zu einem anerkannten und zukunftsträchtigen Status neben den klassischen Rebsorten in den Köpfen von Winzern und Konsumenten. Cabernet blanc zeigt in den vergangenen vier Jahren den stärksten Zuwachs unter den Piwi-Rebsorten in Deutschland, Luxemburg, Belgien, Österreich, Tschechien, Frankreich, Italien, den Niederlande und England.
Traube: Die Traube ist gemischtbeerig, d.h. normalgroße und jungfernfrüchtige Beeren befinden sich nebeneinander in einem stark geschulterten Stielgerüst. Vor der vollständigen Reife sind die kleinen, runden Beeren dunkelgrün und wirken lange unreif. Bei Beginn der Reife Anfang Oktober färben sich die Früchte gelb. Besonders die kernlosen Früchte weisen einen sehr hohen Zuckergehalt und gute Extraktwerte auf.

Wein: Der Wein erinnert schon im Duft an einen eleganten Sauvignon blanc. Werden die Trauben bei mittlerer Reife gelesen und reduktiv im Stahltank ausgebaut, zeigen die Weine eine vegetabile, würzige Aromatik von grünem Gras, Stachelbeere, Artischocke, schwarzer Johannisbeere und rauchigen Aromen. Erreichen die Trauben Vollreife, ist die Sensorik von reifer Maracuja, Litschi, roter Paprika und würzigen Wiesenkräutern geprägt. Experimentierfreudige Winzer liessen die hochreifen Gewächse im grossen Barriquefass vergären und erzielten Weine im feinen französischen "Fumé Blanc" Stil.

Muscaris

Der pilzfeste Solaris und die Bouquetsorte Muskateller standen Pate für Muscaris, den Nobert Becker 1987 am Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg züchtete. Die Idee war ein Pendant zum Muskateller zu züchten, um früher bei geringeren Säurewerten in die Lesereife zu gehen. Weiterhin galt es, die Botrytisanfälligkeit durch eine lockerbeerige Struktur zu senken.
Traube: In der Struktur sind die Trauben mittel bis groß und je nach Standort locker bis kompakt. Die Beeren sind mittelgroß, grüngelb und haben eine dicke Beerenhaut.
Resistenz:
Peronospera +++

Oidium ++

Botrytis ++

Wein: Muscaris hält, was der Name verspricht. Die Weine sind zeigen ein intensives Muskataroma, eingebettet in tropische Früchte. Geschmacklich wird die Aromafülle durch einen saftigen Körper mit angenehmer Säure und dezent rauchige Noten ausbalanciert.

Hier gehts zu den Weinen in unserem Onlineshop.

Die Rebschule Freytag aus Neustadt ist in der Züchtung und Rebveredlung maßgeblich beteiligt. Die Texte stammen zum Großteil aus dieser Quelle.
Weitere spannende Rebsorten finden Sie auch direkt auf deren Homepage.

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